Wer einen Handwerker, eine Praxis oder ein Restaurant sucht, schaut selten länger als ein paar Sekunden auf eine Seite. Wird dort nicht sofort klar, ob der Betrieb passt, geht es zurück zur Suche und zum nächsten Ergebnis. Eine gute Startseite beantwortet deshalb zuerst drei Fragen.
Die ersten zehn Sekunden
- Was macht ihr? Ein Satz ohne Fachwort. „Heizung, Bad und Sanitär für Köln und Umgebung“ ist besser als „Ihr Partner für Gebäudetechnik“.
- Wo arbeitet ihr? Ort oder Einsatzgebiet gehört nach oben. Wer in Leverkusen sucht, will wissen, ob ihr kommt.
- Wie erreiche ich euch? Telefonnummer als antippbarer Link, daneben WhatsApp oder ein kurzes Formular. Öffnungszeiten, Notdienst und Reaktionszeit, wenn ihr sie anbietet.
Belege statt Behauptungen
„Qualität und Zuverlässigkeit“ schreibt jeder. Überzeugender sind Dinge, die man nachprüfen kann.
- Echte Fotos von echten Aufträgen, vom Team, vom Betrieb. Stockfotos erkennen Kunden schneller, als man denkt.
- Bewertungen von Google oder Kunden, mit Namen oder Ort, soweit erlaubt. Wie ihr mehr davon bekommt, steht im Artikel über Google-Bewertungen.
- Nachweise wie Meisterbetrieb, Innungsmitgliedschaft, Zertifikate, Herstellerpartnerschaften. Ein Logo reicht, wenn der Name dabeisteht.
- Referenzen mit einem Satz: Was war die Aufgabe, was wurde gemacht, wie lange hat es gedauert?
Was Kunden vor dem Anruf wissen wollen
Jede Frage, die auf der Seite beantwortet ist, spart ein Telefonat und senkt die Hemmschwelle zum Kontakt.
- Welche Leistungen genau? Eine Liste mit zwei Sätzen je Leistung, nicht nur Schlagworte.
- Was kostet es ungefähr? Muss kein Festpreis sein. Ein Richtwert („Anfahrt ab 49 €, Stundensatz 65 €“) filtert Anfragen, die nicht passen.
- Wie läuft es ab? Anfrage, Termin, Angebot, Ausführung: vier Schritte, die Unsicherheit nehmen.
- Wann bekomme ich eine Antwort? „Wir melden uns innerhalb eines Werktags“ ist ein Versprechen, das ihr halten müsst.
Das Handy zuerst
Viele Besucher kommen unterwegs oder im Notfall, mit einer Hand am Handy. Das stellt ein paar einfache Anforderungen:
- Die Seite lädt schnell. Riesige Fotos in voller Auflösung sind der häufigste Grund für Wartezeiten.
- Knöpfe sind groß genug für den Daumen. Die Telefonnummer ist ein Link, kein Bild.
- Text lässt sich ohne Zoomen lesen. Speisekarten, Preislisten und Formulare als PDF zum Herunterladen sind auf dem Handy eine Zumutung.
- Ein Formular hat wenige Felder. Name, Telefonnummer, Anliegen. Der Rest kann im Gespräch kommen.
Technik, die man nicht sieht
- Die Adresse beginnt mit https (SSL-Zertifikat aktiv).
- Jede Seite hat einen eigenen Titel und eine kurze Beschreibung, damit sie bei Google sinnvoll angezeigt wird.
- Das Google-Unternehmensprofil ist eingerichtet und verlinkt die Website. Name, Adresse und Telefonnummer sind dort wie auf der Seite geschrieben.
- Die Seite wird aktuell gehalten: Öffnungszeiten, Urlaub, Preise. Veraltete Angaben schaden mehr als eine kurze Seite.
Pflicht: Impressum und Datenschutz
Ein Impressum braucht jede geschäftliche Website, und es muss leicht zu finden sein. Die Datenschutzerklärung muss beschreiben, was auf der Seite tatsächlich passiert. Welche Fehler dabei am häufigsten vorkommen, steht im Artikel Datenschutz auf der Betriebswebsite.
Der Fünf-Minuten-Test
- Seite auf dem Handy öffnen und die Uhr stoppen. Ist nach drei Sekunden etwas zu sehen?
- Jemanden fragen, der den Betrieb nicht kennt: „Was machen wir, und wo?“ Wenn die Antwort stockt, fehlt sie auf der Seite.
- Selbst anrufen, über den Link auf der Seite. Funktioniert die Nummer?
- Die Seite bei Google suchen, mit dem Namen und mit „Leistung + Ort“. Stimmen Titel und Beschreibung?
Wer mehr als zwei Punkte nicht abhaken kann, sollte nicht mit Kosmetik anfangen, sondern mit dem Aufbau der Startseite.